Anna Jane Brooks

Das Berliner Interview

Während seines Studiums in der Masterclass bei John Strasberg, traf Adrian die Fotografin Anna Jane Brooks zu einem Shooting im winterlichen Berlin. Anschließend wurde aus einem sehr persönlichen Gespräch,  ein ganz besonderes Interview.

AJ: Seit wann interessierst du dich für Schauspielerei? Hattest du sowas wie ein Schlüsselerlebnis diesbezüglich?

 

ADRIAN: Ich glaube, dass das bei mir schon im Kindesalter begann. Rollenspiele gefielen mir schon immer. Ganz besonders haben mich dabei die Harry Potter Filme geprägt. Ich war im Wald spazieren, habe mir aus Holz einen Zauberstab geschnitzt, damit rumgefuchtelt um imaginäre Feinde mit selbst erfundenen Zaubersprüchen zu besiegen. Ich wusste mich selbst zu beschäftigen und hatte Spaß dabei meiner Fantasie freien Lauf zu lassen. Ich wünschte noch einmal Kind zu sein, weil man so unbefangen und ungezwungen in einer Fantasiewelt leben kann.


Nachdem ich schon ein paar Jahre über diverse Laufstege gewandelt bin, und 2014 den Song "Mozart Got a Gun" aufnahm, bekam ich im Sommer 2015 ein Angebot für die Hauptrolle der Uraufführung des Kindermusicals „Der Gestiefelte Kater“. Das war der Grundstein. Anfangs wollte ich die Rolle nicht, aber ich habe schnell gemerkt, dass da ein Zusammenhang der Fantasien und den Wünschen meiner Kindheit besteht. Ich durfte die Kinder in eine Fantasiewelt entführen und sie dabei selber wieder erleben. Ein Riesenspaß wieder Kind zu sein. Dann folgten weitere Rollenangebote wie „Ladies Night“ oder „Ewig Jung“.

 

AJ: Siehst du dich selbst dauerhaft eher in Richtung Theater oder strebst du etwas anderes an?

 

ADRIAN: Das richtet sich ganz nach den Rollenangeboten. Ich nehme gerne Herausforderungen an und habe auch in Zukunft Interesse an weiteren Theateraufführungen, wenn es passt. Aber genauso reizen mich auch Filmprojekte. Man kann die Zukunft nie verplanen, denn man weiß nie was geschehen wird – ganz besonders nicht, wenn mal als Künstler seinen Unterhalt verdienen muss.

 

AJ: Du studierst in der Acting Masterclass von John Strasberg in Berlin, was begeistert dich an Strasberg und seinem System?

 

ADRIAN: Das ist nicht nur klassisches Schauspielstudium, sondern geht tief in die Psyche. An die Wurzeln deiner Emotionen. Man findet und erkennt sich selbst in der Arbeit mit John. Plötzlich fängst du an, dich selbst zu akzeptieren. Das alles hat viel mit Sensibilisierung der Wahrnehmung und Selbsterkenntnis zu tun. Es fasziniert mich immer wieder, wie John Menschen dazu bringt, Masken und ihr Ego fallen zu lassen, um sich auf die Realität einzustellen und den Moment geschehen zu lassen. Nicht selten fließen Tränen, wenn man sich von John erden lässt. Man empfindet unbeschwerte Klarheit und nimmt sehr viel auf seinem weiteren Weg mit. Seine Arbeit und sein Einfluss sind reinste Inspiration für mich.

 

 

 

 

AJ: Erzähl uns ein bisschen über John !

 

ADRIAN: Ein weiser Mann, der internationale Liga spielt. Ein Meister in seinem Fach. Gütig und erschreckend ehrlich. Er ist mein persönlicher Jediritter. John ist ausgeglichen und hat eine sehr beruhigende Wirkung. Seine Sicht der Dinge ist so einfach, und dennoch schwer zu erreichen. Es geht um das Erkennen. Als er einmal zu mir sagte: „Du hast die Leistungsfähigkeit ein guter Schauspieler zu sein“, platzte der Knoten und ich fühlte mich wie befreit. Ich vermisse ihn oft.

 

AJ: Du bist ja des öfteren wegen Workshops in Berlin. Welche 5 Sachen sind für dich “typisch Berlin”?

 

ADRIAN: Für mich persönlich ist typisch Berlin:
U-Bahn fahren um zu arbeiten,
Currywurst im Adlon Hotel zu essen,
auf den Spuren von Milla Jovovich zu wandeln (Teile des Filmes „Resident Evil“ wurden in Berlin gedreht),
Partytime im Berghain, und die Undefiniertheit dieser Millionenstadt.

 

AJ: Beschreibe unser Shooting unmittelbar nach einem Tag der Masterclass in 3 Sätzen.

ADRIAN: „Voll geil!“ Einfach spontan und schwerelos. Sehr emotional und einzigartig.

 

AJ: Hast du Vorbilder? Wenn ja wer & warum !

ADRIAN: Milla Jovovich, eine vielseitige Künstlerin. Die gebürtige Ukrainerin modelt, schauspielert, singt und ist Modedesignerin. Eine multitalentierte Powerfrau, die ich im Februar 2017 in Berlin persönlich treffen durfte um sie zu interviewen. Ich liebte sie schon als Kind in ihrer Rolle als LeeLoo in „Das Fünfte Element“. Stimmlich bin ich zurzeit sehr angetan von der Sängerin Paloma Faith.

 

 

 

 

AJ: Mit wem würdest du gerne einen Tag verbringen und was würdet ihr machen?

ADRIAN: Um die Frage mit einem Zitat aus einem Film zu beantworten: „Die Mutter ist Gott in den Augen eines Kindes“.
Da ich seit 4 Jahren in Deutschland lebe, sehe ich meine Mutter nur sehr selten. Wenn sie mich besucht verbringen wir viel Zeit miteinander und plaudern. Einfach reden über Gott und die Welt. Ich genieße ihre Anwesenheit und es tut gut bei ihr zu sein.

 

AJ: Welchen Satz/Zitat würdest du einem Menschen immer auf den Weg geben, den du vielleicht auch gerade erst kennengelernt hast ?

ADRIAN: „Grenzen existieren nur im Kopf!“ und „Anderssein ist ok!“

 

AJ: Was macht dich stolz ?
ADRIAN: Wenn meine Eltern mit mir zufrieden sind. Wenn das Publikum nach einer Vorstellung im Theater nicht aufhören kann zu applaudieren.

 

AJ: Wovor hast Du Angst ?
ADRIAN: Vor großen Tieren und kleinen Leuten. Und Zeit zu verlieren.

 

AJ: Du warst der erste Mensch der vorsätzlich vor meiner Kamera angefangen hat zu weinen- wie bereitet man sich auf soetwas vor / was geht dabei in deinem Kopf vor ?
ADRIAN:  Ich hatte einen Moment der Traurigkeit empfunden und bei unserem Shooting konnte ich meine Tränen fließen lassen. Es bedarf eines gewissen Vertrauens - dir gegenüber konnte ich mich öffnen.

 

AJ: Bei welchem Film laufen dir hemmungslos die Tränen herunter?
ADRIAN:
“The Danish Girl”
“The Impossible”
“Ein Fast Perfektes Verbrechen“ (deutscher Titel) / “Bringing Up Bobby” (englischer Titel)
“Brooklyn”
Ich kann mich nicht entscheiden, da gibt es zu viele.

 

 

 

 

 

AJ: Musik ist ein wichtiger Teil von dir. Welcher Song motiviert dich persönlich am meisten?
ADRIAN: Sia ist in meinen Augen eine Halbgöttin. Ihre Stimme ist für mich ein Mysterium. Ihr Song „Bird Set Free“ gibt mir Power.

 

AJ: Du hattest ja jetzt deine Haare wieder von komplett blond (inklusive Augenbrauen und Bart) auf brünett gefärbt und trägst jetzt auch keine farbigen Kontaktlinsen mehr. Warum ?


ADRIAN: Diese Entscheidung fand Anfang des Jahres 2016 statt, ich wollte einfach etwas Neues ausprobieren. Haha meine Familie war entsetzt. Aber ich dachte: Wenn blond, dann richtig! Es muss krass sein. Extreme sind meine Spezialität. Man sollte nie Angst haben vor Veränderungen. Die Menschen musterten mich mit den blonden Haaren als wäre ich ein Wesen aus einer anderen Galaxie. In der Zeit überhäuften sich die Angebote für Shows und Shootings. Ein besonderes Highlight dabei war das Shooting mit Oliver Rath in Berlin. Aus dem Shooting ging eines seiner letzten Meisterwerke hervor: „Personalgespräche mit M“. Kurze Zeit später verstarb er, viel zu früh!

 

AJ: Dein ultimativer Buchtipp?
ADRIAN: zZt „Kabale und
Liebe“ von Friedrich Schiller, weil ich das für mein Rollenstudium brauche.

 

AJ: Wenn wir schon von Bühne reden: Wie willst Du mal von der "Bühne des Lebens" abtreten?
ADRIAN: Kurz und Schmerzlos, mit einem Lächeln im Gesicht.

 

 

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